In gewachsenen Serverräumen vermischen sich Kalt- und Warmluft fast immer. Racks stehen in unterschiedlicher Ausrichtung, Lücken in den Reihen lassen Kaltluft ungenutzt zirkulieren, und die Klimaanlage arbeitet gegen die eigene Abwärme an. Das Ergebnis sind hohe Betriebskosten bei gleichzeitig lokalen Hotspots – die Kühlung läuft am Anschlag, obwohl rechnerisch genug Leistung vorhanden wäre.
Die Einhausung löst das ohne zusätzliche Kälteleistung. Der Kaltgang wird eingehaust, Lücken in den Rack-Reihen werden mit Blindblenden geschlossen, und die Luftführung wird gerichtet. Die Klimaanlage kühlt danach genau das, was gekühlt werden muss – statt den gesamten Raum.
Für viele Betreiber ist das die Maßnahme mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung, weil sie vorhandene Technik besser nutzt, statt neue anzuschaffen. Und weil sie den Zeitpunkt verschiebt, an dem die vorhandene Kühlung tatsächlich nicht mehr ausreicht.
Wofür die Einhausung die richtige Wahl ist
- Wenn die Kühlung am Limit läuft Häufig fehlt nicht Kälteleistung, sondern deren gezielte Zuführung. Die Einhausung setzt genau dort an.
- Wenn Hotspots auftreten Lokale Temperaturspitzen bei rechnerisch ausreichender Gesamtkühlleistung sind das klassische Symptom vermischter Luftströme.
- Wenn Energiekosten drücken Bei mehrjährigem Betrieb ist der Stromverbrauch die größte Einzelposition der Gesamtkosten – deutlich vor der Anschaffung.
- Wenn nicht gebaut werden soll Kein Eingriff in die Gebäudesubstanz, keine Genehmigung, Umsetzung im laufenden Betrieb möglich.
Technische Eckdaten
| Funktion | Trennung von Kalt- und Warmluft, gerichtete Luftführung |
|---|---|
| Einsatz | Bestehende Serverräume und Rechenzentren |
| Wirkung | Höhere Kühleffizienz, geringere Energiekosten, weniger Hotspots |
| Umfang | Einhausung, Blindblenden, Anpassung der Luftführung |
| Baulicher Eingriff | Nicht erforderlich |
| Betrieb | Umsetzung im laufenden Betrieb möglich |
| Planung | Vorherige Aufnahme der Rack-Anordnung und Lastverteilung |
| Verfügbarkeit | Projektbezogen |
| Bezug | Miete oder Kauf |
Serienmäßige Ausstattung
Diese Komponenten sind in jedem System enthalten – Sie stellen lediglich Stellfläche, Stromanschluss und Netzanbindung.
- Redundant ausgelegte Präzisionsklimatisierung mit umweltfreundlichen Kältemitteln
- Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), auf Wunsch mit Netzersatzanlage
- Brandfrüherkennung und Löschanlage
- Zutrittskontrolle und Fernüberwachung über Smart Control
- Netzanbindung per Glasfaser, 5G oder LTE
- Optional: Server-Racks, Verkabelung, PDUs und komplette IT-Hardware
Typische Einsatzszenarien
- Bestehender Serverraum mit steigender Last und Temperaturproblemen
- Vorbereitung auf zusätzliche Racks, ohne die Kälteanlage zu erweitern
- Senkung der Betriebskosten in einem energetisch ungünstigen Bestand
- Beseitigung lokaler Hotspots bei ausreichender Gesamtkühlleistung
- Ergänzend zu einem modularen Rechenzentrum am selben Standort
Ein Schnelltest für Ihren Serverraum
Drei Fragen zeigen zuverlässig, ob eine Einhausung lohnt. Erstens: Stehen alle Racks mit der Vorderseite zum selben Gang? Zweitens: Sind Lücken in den Rack-Reihen und freie Höheneinheiten mit Blindblenden geschlossen? Drittens: Liegt die Rücklufttemperatur an der Klimaanlage deutlich über der Zulufttemperatur?
Wer zweimal mit Nein antwortet, verschenkt in aller Regel messbar Kühlleistung. Der Grund ist immer derselbe: Kaltluft findet einen Weg zurück zur Klimaanlage, ohne vorher durch ein Rack geströmt zu sein. Die Anlage misst daraufhin eine zu niedrige Rücklufttemperatur, regelt herunter – und die Racks bekommen trotzdem zu wenig.
Effizienz Ihres Serverraums prüfen lassen
Wir nehmen Rack-Anordnung, Lastverteilung und Temperaturen auf und sagen Ihnen, was eine Einhausung in Ihrem Fall bringt – bevor Sie investieren.
Häufige Fragen
Muss der Betrieb für die Umsetzung unterbrochen werden?
In der Regel nicht. Die Einhausung wird im laufenden Betrieb montiert. Voraussetzung ist eine vorherige Aufnahme der Rack-Anordnung und der Lastverteilung, damit die Luftführung richtig ausgelegt wird.
Wie stark sinken die Energiekosten?
Das hängt vom Ausgangszustand ab und lässt sich seriös nur nach einer Aufnahme vor Ort beziffern. Je stärker sich Kalt- und Warmluft bisher vermischen, desto größer der Effekt. Aussagekräftige Anhaltspunkte liefern die Differenz zwischen Zu- und Rücklufttemperatur sowie die Auslastung der Kälteanlage.
Brauche ich zusätzlich eine neue Klimaanlage?
Meist nicht – das ist der Kern der Maßnahme. Die Einhausung nutzt vorhandene Kälteleistung besser aus, statt zusätzliche zu erfordern. Häufig verschiebt sie den Zeitpunkt, an dem eine Erweiterung der Kältetechnik überhaupt nötig wird.
Eignet sich das auch für kleine Serverräume?
Ja. Entscheidend ist nicht die Größe, sondern ob Kalt- und Warmluft sich vermischen. Auch in Räumen mit wenigen Racks lässt sich durch gerichtete Luftführung und Blindblenden deutlich gewinnen.
Was ist der Unterschied zwischen Kaltgang- und Warmgang-Einhausung?
Bei der Kaltgang-Einhausung wird der Gang mit der kalten Zuluft eingehaust, bei der Warmgang-Einhausung der Gang mit der Abluft. Welche Variante passt, hängt von der Raumgeometrie, der Anordnung der Klimageräte und der Lastverteilung ab.